Vorteile eines privaten Arbeitsvermittlers

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    Hallo zusammen,

    ich bin gerade auf Jobsuche und finde in den gängigen Stellenbörsen sehr viele Anzeigen von Zeitarbeitsfirmen und von privaten Arbeitsvermittlern. Da ich mich hier noch nicht so gut auskenne wollte ich fragen, ob mir jemand ein paar Vorteile eines solchen Vermittlers sagen kann. Kann man sich dort gefahrlos bewerben und was bringt mir das überhaupt? Ich hoffe, mir kann jemand behilflich sein.

    Andre

  • #2
    Hallo Andre,

    dann will ich mal versuchen ein bisschen Licht ins Dunkle zu bringen.

    Privaten Arbeitsvermittlungen obliegt eine Verbindungsfunktion zwischen Arbeitgebern und Arbeitssuchenden. Durch eine möglichst passgenaue Vermittlung sollen offene Stellen schnell und effizient besetzt werden. Arbeitgebern bieten sich durch den Einsatz privater Arbeitsvermittler mehrere Vorteile:
    • Der richtige Bewerber für eine Stelle. Arbeitsvermittler sind darauf spezialisiert, für offene Stellen auch einen hundertprozentig passenden Bewerber zu finden, der die richtige Qualifikation und die notwendigen Erfahrungen besitzt, die für die Stelle erforderlich sind
    • Bezahlung allein bei erfolgreicher Vermittlung. Nur wenn eine Stelle erfolgreich besetzt bzw. ein Arbeitsvertrag abgeschlossen wurde, entstehen dem Arbeitgeber Kosten in Form eines Honorars für die Arbeitsvermittlung
    • Geringerer Aufwand. Arbeitgeber müssen sich nicht um Inserate in Zeitungen oder auf Websites kümmern und sparen dementsprechend wertvolle Zeit ein. Auch Vorstellungsgespräche lassen sich in vielen Fällen einsparen
    • Erhebliche Zeitersparnis gegenüber der eigenständigen Sichtung offener Stellen
    • Beste Kontakte seriöser Anbieter zu den Personalabteilungen der Unternehmen
    • Spezialisierung einiger privater Arbeitsvermittler auf einzelne Branchen
    • Vermittlung durch ausgebildete, kompetente und engagierte Personaldienstleistungs-Kaufleute und Betriebswirtschaftler
    • Vergütung nur bei erfolgreicher Vermittlung (maximal 2000 EUR, zahlbar in zwei Raten zu je 1000 EUR nach sechswöchiger (sechsmonatiger) Beschäftigung
    • Rechtsanspruch auf Vermittlungsgutscheine der Bundesagentur für Arbeit nach sechswöchigem Bezug von Arbeitslosengeld 1
    • Inanspruchnahme von Vermittlungsgutscheinen auch für Bezieher von Arbeitslosengeld 2 möglich
    • Trend auf Arbeitgeberseite hin zu privaten Vermittlern
    • Deutlich weniger Arbeitssuchende pro Vermittler als bei der Bundesagentur für Arbeit
    Ich hoffe ich konnte dir ein wenig helfen und wünsche dir alles Gute bei der Jobsuche.

    Beste Grüße
    Alexander

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    • #3
      Hallöle Alexander und Andre,

      ich würde den Beitrag meines „Vorredners“ gern um einige Punkte ergänzen. Der private Arbeitsvermittler hat nicht so viele Klienten wie die Mitarbeiter beim Amt. Er kann sich also intensiver im dich kümmern. Er bekommt sein Geld für den Erfolg, was heißt, dass er dich und den Unternehmer zufrieden stellen muss. Bitte erteile einem privaten Arbeitsvermittler keinen Exklusivauftrag. Dann macht das Arbeitsamt Spuk. Gib dem Arbeitsvermittler immer nur eine Kopie deines Vermittlungsgutscheins. So kannst du dich bei mehreren Vermittlern bewerben. Das Original bekommt am Ende derjenige, der es geschafft hat, dich zu vermitteln.

      Noch etwas… Gib einem privaten Arbeitsvermittler bitte immer auch eine ausführliche Übersicht deiner Kenntnisse, die du beispielsweise bei Hobbys erworben hast. Viele Unternehmer nehmen solche Quereinsteiger mit Kusshand. Das wird bei der Vermittlung durchs Amt leider viel zu wenig berücksichtigt, sorgt aber für deutlich verbesserte Jobchancen.

      Es kann sein, dass dich ein privater Arbeitsvermittler auch zu Probearbeitstagen bestellt. Das kann im Bürobereich im eigenen Unternehmen und in Drittunternehmen passieren. Das musst du beim Amt vorher melden, damit du die Fahrtkosten erstattet bekommst. Die gibt es nämlich nicht nur, wenn du auf eine Anforderung des Amts zu einem Vorstellungsgespräch oder einem Probearbeitstag gehst.

      Ich hoffe, das hilft dir ein Stück weiter. Maximal Erfolge bei deiner Suche!

      MfG JennyB

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      • #4
        Grüß Gott an alle! Herzlichen Dank für eure ausführlichen Erklärungen. Ich habe danach das Gefühl, dass so ein privater Arbeitsvermittler eine gute Sache sein könnte. Aber es wäre nett, wenn ihr mir auch noch erklären könntet, auf was ich bei der Zeitarbeit achten muss. Da habe ich nämlich einige Dinge gehört, die mich ziemlich verunsichern. André

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        • #5
          Hi André,
          ich habe schon bei Zeitarbeitsfirmen gearbeitet. Die Verunsicherung kenne ich. Ich beantworte dir mal hier die Fragen, die mir damals im Kopf herumgespukt sind.
          Du wirst durchgängig bezahlt, egal ob sie einen Einsatz für dich haben oder nicht. Den Mindestlohn müssen sie auch zahlen. Aufpassen musst du bei den Regelungen zu Erstattung von Fahrtkosten und Übernachtungskosten, wenn du auch auswärts eingesetzt wirst. Da sollten ganz konkrete Regelungen in den Arbeitsvertrag, damit sie dich am Ende nicht über den Tisch ziehen können. Sabine

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          • #6
            Sehr geehrter André,
            ich möchte die zutreffenden Hinweise von Sabine gerne noch ergänzen. Bei einer Zeitarbeitsfirma erhältst du einen ganz normalen Arbeitsvertrag mit einem vereinbarten Monatsgehalt. Viele Zeitarbeitsfirmen schließen zu Beginn Jahresverträge ab, die dann immer wieder verlängert werden, wenn sie mit dir zufrieden sind. Auf Dauer sind solche befristeten Arbeitsverträge allerdings nicht zulässig. Stichwort: Kettenarbeitsverträge.
            Die Zeitarbeitsfirmen müssen dir Urlaub gewähren, im Krankheitsfall Lohnfortzahlungen leisten, dich bei der Berufsgenossenschaft versichern und auch die üblichen Lohnsteuern und Arbeitgeberzuschüsse bei der Krankenversicherung, der Rentenversicherung und der Arbeitslosenversicherung leisten. Im Prinzip hast du bei einem Vertrag mit einer Zeitarbeitsfirma die gleichen Rechte und Pflichten, als wenn du den Arbeitsvertrag direkt mit einem Unternehmen abschließt, in dem du eingesetzt wirst. Viele Zeitarbeitsfirmen haben mit den Unternehmen noch dazu Absprachen, dass die vor Ort tätigen Leiharbeiter bei der dauerhaften Besetzung von Stellen in den Unternehmen bevorzugt werden. Die Zeitarbeit kann also durchaus auch ein gutes Sprungbrett sein.

            Viele Grüße
            Hans

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